Alles was euer Kind will ist respekt

Aktualisiert: 24. Juni 2021

Ein Beitrag eines Ex-Gamers.


#1 Herabschauendes und verständnisloses Verhalten gegenüber dem Gaming-„Life Style“

#2 Mangeldes echtes Interesse

#3 Computer = Videospiele = Zeitverschwendung

#4 Das Kind zurückhaben wollen

#5 Mangelde Erinnerung an seine eigenen Jugend


Jetzt bin ich 21 und finde kaum noch Zeit zum Spielen, aber vor gut 4 Jahren war das noch ganz anders, da fand ich kaum Zeit für irgendetwas außer der Vertiefung in virtuellen Spielwelten.


Obwohl ich mir selbst immer irgendwie eingeredet habe, dass ich mit meinem Spielverhalten glücklich bin, konnte ich, was das angeht, meine Eltern nie wirklich auf meine Seite bringen. Die haben sich zu meinem Unverständnis nämlich immer Sorgen um mich, meine Entwicklung und meinem Spielverhalten gemacht. Auch wenn diese Sorgen bei weitem nicht ungerechtfertigt waren, so haben sie recht wenig an meinem Spielverhalten geändert und meistens alles nur noch schlimmer gemacht.


Jetzt, Jahre später, kann ich sie viel besser verstehen, so waren ihr Standpunkt und ihre Sorgen zum Thema Gaming gar nicht mal so unbegründet, wie ich immer dachte. Jedoch sehe ich es bei der Arbeit mit Jugendlichen immer wieder ein meist recht unreflektierter exzessiver Spielkonsum bei männlichen Jugendlichen, und sich sorgende Elternteile, die nichts lieber hätten als ihr aufgewecktes und interessiertes Kind zurück. Dazwischen liegt vieles, jedoch kaum Verständnis oder Harmonie.

Das Problem dabei ist aber, dass auch wenn es die Eltern meist nur gut meinen, scheint das Verhalten zum Kind nur mehr Stress zu bringen und kaum eine Verbesserung zu schaffen. In dem Punkt brauchen sich Eltern auch von niemanden Vorwürfe machen zu lassen, denn Jugendliche befinden sich eben in einer Phase, in welcher eine ihrer Aufgaben darin besteht, sich von den Eltern abzugrenzen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass jugendliche Gehirne alles Neue und Aufregende viel stärker wahrnehmen, was dazu führt, dass beispielsweise Computerspiele einen enormen Reiz auf das junge Bewusstsein auslösen. Sobald dann Mama und Papa reinkommen, um wieder zu stressen, kann das kaum positive Auswirkungen haben.


Eltern haben aber dennoch einige Optionen offen, um wieder in Beziehung zu ihrem Kind treten zu können, auf diese Optionen wollen wir aber in unserem Kurs tiefer eingehen. Um was es hier aber gehen soll, sind oft gemachte Fehler im Umgang mit Exzessiv spielenden Jugendlichen, welche nur zu einer Stärkeren Abgrenzung und einer größeren Flucht des Kindes führen.


#1 Herabschauendes und verständnisloses Verhalten gegenüber dem Gaming-„Life Style“

Ja klar, Computerspiele sind vieles, aber sie sind nicht die Realität, und für die Zukunft schaffen sie auch nicht viel. Außerdem hat man sich früher ja noch mit Freunden im echten Leben getroffen, um gemeinsam echte Erlebnisse zu sammeln. Und Ja, meine Lieben Eltern, eure Jugend war anders als die Jugend von heute. Die Art und Weise, wie das Leben wahrgenommen und gelebt wird, hat sich verändert, ob das Alte oder das Neue besser ist, sei mal dahingestellt, wichtig ist hier nur zu verstehen:

Virtuelle Spielwelten schaffen eine Lebenswelt für Jugendliche, in welcher sie ihren Platz finden können und einem gleichzeitig das Gefühl von Sicherheit und Freiheit vermitteln.

Diese Cyberwelten mögen sich für einige Eltern fern und nicht wirklich greifbar anfühlen, für die Jugendlichen sind sie aber real und mit dem echten Leben stark verwebt. Zum einen ist man ständig mit dem Cyberspace verknüpft und zum anderen findet ein großer Teil ihrer sozialen Interaktionen in diesen digitalen Spielwelten statt. Ohne jetzt den Rahmen dieses Artikels sprengen zu wollen, ist es wichtig zu verstehen, wie gut soziale Netzwerke (aber vor allem Onlinespiele) darin sind, dem Spieler das Gefühl zu vermitteln, sich mit seinem Avatar und der ihm umgebenden Welt zu identifizieren.

Kombiniert mit immer wieder neu aufkommenden Glücksgefühlen, führt das dazu, dass man lieber Zeit in der digitalen Welt verbringt, so lernt man immer wieder neue Menschen kennen, bekommt Anschluss zu neuen Gruppen, bestehend aus echten Personen und findet in diesen Gruppen seinen Platz.

Wenn jetzt aber Mama und Papa Tag für Tag mit abwertenden Kommentaren kommen und mehr aktiv als passiv dem Jugendlichen zu verstehen geben, dass sie sein Verhalten (und damit bis zu einem gewissen Grad auch seine Lebenswelt) nicht akzeptieren, führt dies dazu, dass sich der Jugendliche weder verstanden noch respektiert fühlt.

Zum einen bekommt er dann mehr und mehr das Gefühl, dass seine Eltern keine Ahnung von dem haben, was er eigentlich macht und wer er ist, denn wenn sie seine fantastische Welt verstehen könnten, wären sie dieser sicherlich nicht so abgeneigt. Das Ganze führt dann dazu, dass so gut wie alles, was von den Eltern zum Thema Gaming gesagt wird, nicht wirklich ernst genommen werden kann, denn offensichtlich haben sie ja sowieso keine Ahnung.

Zum anderen fühlt man sich als Mensch auch nicht länger akzeptiert. Ich habe von meinen Eltern durch ihre gewollte oder auch ungewollte abwertende Haltung nicht nur das Gaming als mein Hobby nicht akzeptiert gefühlt, sondern mehr und mehr auch mich als Person. Was extrem schade ist, denn dadurch fühlt man sich in der Realität nur noch weiter abgegrenzt und fehl am Platz, was schlussendlich zu einer größeren Flucht in die Virtuellen Welten führt.


Diese Beobachtung konnten wir wieder und wieder bei Jugendlichen machen, mit welchen wir Interviews durchgeführt haben. Und mitunter war das die Beobachtung, die uns dazu geführt hat, dieses Projekt zu starten, denn was ich mit diesen Zeilen hier versuche zu bezwecken, ist ein empathischer und respektvoller Umgang mit den Spielwelten eurer Kinder.

Ja, Computerspiele bringen im echten Leben nichts weiter, und ja, eure Kinder werden mit zunehmender Spielzeit zu immer größeren Arschlöchern. Jetzt ist das aber ein Teufelskreis, der schnell und effektiv die gesamte Familienharmonie sprengen kann. Wenn ihr aber wüsstet, was euer Sohn in seinem Spiel schon alles erreicht hat, wie oft er dort schon an einer gewissen Mission oder einem Kampf gescheitert ist, bis er es endlich geschafft hat, dann würden sich die meisten von uns schwer tun in ihrem Leben etwas zu finden, für das sie so viel Willenskraft und Ausdauer aufbringen können.


Nur um es nochmal klarzustellen, das letzte was ich hier möchte ist eine Glorifizierung von Videospielen, dafür habe ich selbst viel zu viele Stunden und viel zu viel Geld einfach mit Gaming verschwendet. Jedoch kann ich aus meiner eigenen Erfahrung und aus all der Vorbereitung auf dieses Projekt nur sagen, dass der respektlose und nicht akzeptierende Umgang mit Jugendlichen alles produziert, aber nicht mehr Spielzeit in der Familie.


Weiter zum Teil 2




Achja und wir haben auch noch einen Videokurs erstellt, der im Detail auf das eingeht, was Videospiele so Anziehend und Faszinierend für speziell Jugendliche macht und der im Detail darauf eingeht was ihr als Eltern machen könnt um euere Kinder bestmöglich in deren Entwicklung zu unterstützen.






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